Mechatronik Studium?

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Postby drummer nico » Sat Jul 31, 2010 12:00 am

Hallo,
Ich frage mich schon seit längerem was ich denn studieren soll.
Ein Mechatronik Studium finde ich sehr interessant aber wie stehen denn die Chancen auf einen Arbeitsplatz nach dem Studium?

Findet Ihr den Studiengang gut oder würdet Ihr eher davon abraten?

Danke schonmal für die Antworten
drummer nico
 
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Postby r2d2 » Fri Aug 27, 2010 12:00 am

Hallo Litzi,

leider habe ich Deine Frage erst jetzt entdeckt.
Ich bin nun selber am Ende meines Mechatronikstudiums angelangt.

Meine üblichen Gründe für ein Mechatronik-Studium:

- Allrounder sind evtl. von kleinen und Mittelständischen Firmen bevorzugter, da dort nicht für jedes Gebiet ein Spezialist beschäftigt werden kann, wenn denn die Firma sich mit mehreren technischen Gebieten befassen muss.

- Projektleiter verbinden Ingenieure verschiedener Disziplinen. Wenn Du also an so einer Position Gefallen findest...

- Wenn Du Dir grundsätzlich an einem Ingenieurischem Studium interessiert bis, aber noch nicht weißt, Du Dir aber noch die Richtugn offen halten möchtest... - Wobei ich finde, daß es dann schon besser wäre, wenn Du vor dem Studium eine Richtung festlegen würdest.

- Ob das Studium im Vergleich mit anderen Vollingenieurischen Studiengängen leichter ist kann ich nicht ganz objektiv beurteilen. Einerseits taucht man in keines der 3 bis 4 Gebiete (Informatik, Elektronik, Mechanik, Mathe oder Management - so sehe ich es) so ein, wie wenn Du ein reinrassiges Studium belegen würdest, andererseits denke ich daß ein reinrassiges Studium durch verwandte Fächer auch einigen Wiederholcharakter hat. Sicherlich ist das auch eine Frage der Hochschule und Fakultät. An meiner HS gilt Mechatronik als nicht so schwer. Ob das so stimmt kann ich nicht objektiv sagen. Ich fand das Studieren insgesamt deutlich einfacher als gedacht.

Nachteile des Mechatronik-Studiums:

- Du bist in keinem Gebiet im Vergleich zu einem Studium mit nur einer Fachrichtung nirgends voll drin.

- Du solltest Dir die Hochschule genau aussuchen. Denn die Zusammenarbeit der Professoren an der Hochschule nicht gut funktioniert, d.h. der Gesamtstoff insgesamt Lücken aufweißt, dann machen sich diese Lücken bei einem Mechatronikstudium vielleicht deutlicher bemerkbar, als bei einem reinrassigen Ingenieurstudium, da Du ja in jedem Gebiet sowieso schon weniger tief einsteigst.

Tipps:
- Wähle nicht nur nach einer Hochschule aus, schau Dir auch an ob die Fakultät an der Hochschule gut ist. Auch wenn der Name einer Hochschule wichtig sein kann.

-Beachte gering auch etwas aus welchem Ursprünglichen Fachbereich sich die Mechatronik an einer HS entwickelt hat (Antriebstechnik, Feinwerktechnik,...)

- Für mich macht eine Spezialisierung in der Mechatronik Sinn, wie es z.B. an der FH Esslingen angeboten wird. (Feinwerktechnik, Automation,...)

- Solltest Du die Mechatronik wegen der Mikrosystemtechnik wählen, dann muß ich sagen, daß in diesem Bereich meiner Meinung nach die Lehre noch nicht soweit ist, daß hier etwas vernünftiges bei rauskommt. Es liegt an den geeigneten Professoren. Ausnahmen in Deutschland bilden hier vielleicht die HS Furthwangen und die Uni Freiburg.

- Lass Dich nicht so sehr von den Vorzeigeprojekten der HS beeindrucken. Sprich mit den Studenten dort, schau Dir die Bücherei an, finde heraus, wie die HS finanziell da steht und welche Strategie sie hier wählt (Viele Studenten weil viele Semesterbeiträge, Förderung durch die Wirtschaft,...).

- Bespreche einmal die Lehrpläne mit jemandem dem du hierzu vertraust und Ahnung zusprichst. Meine persönliche Meinung: Je weniger "Blümchenfächer", je besser. D.h. meiner Meinung nach haben HS ihre Stärke im Vermitteln der klassischen, großen Disziplinen und weniger im Vermitteln des neuesten Standes. - Bedenke hierzu z.B. wie lange es braucht bis ein Lehrbuch gedruckt wird. - Solche Fächer sind z.B: Signale und Systeme, Regelungstechnik, Elektrotechnik, Hochfrequenztechnik, Technische Mechanik, Thermodynamik,... . Blümchenfächer sind häufig Fächer, die aktuell klingen, mehreres zusammenfassen und unter denen man sich vielleicht zunächst nicht viel vorstellen kann (vorurteilig ausgedrückt). Bsp: SMD-Technik. Hybride-Technik, Zeitmanagement, Qualitätsprüfung (zusätzlich zum Fach Qualitätsmanagement),...

- Setz Dich auch mal in eine Vorlesung rein. Fertigungstechnik und Werkstoffkunde, also eigentlich wichtige Fächer können je nach Prof ebenfalls zum Blümchenfach mutieren. - Und wie gesagt je schwächer der Gesamtstoff ....

Noch ein ganz grundsätzlicher Tipp zum Studieren allgemein:
- Wähle früh eine zusätzliche freiwilige Sprache. Sprachen braucht man immer, auch wenn man sich noch nicht über die Richtung und dem Verlauf des Studiums sicher ist. Und Sprachen brauchen länger.

- Wähle erst nach dem Grundstudium freiwilige technische Fächer, wenn Du schon etwas mehr mitbekommen hast, wo es sich für Dich lohnt.

Viel Glück
r2d2
 
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Postby waakhond » Sat May 05, 2012 12:00 am

Ein interessanter Link für Elektrotechnik-Studenten :

http://science.orf.at/stories/1687300
waakhond
 
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Postby danja » Mon Dec 03, 2012 12:00 am

Kommt drauf an, kombinierst du es später mit einem MBA-Studium wie zum Beispiel eines dieser hier, dann ist meiner Meinung nach die perfekte Kombination. Natürlich wird es einiges an Zeit beanspruchen, aber wenn du dann mal durch bist, hast schon gewonnen...'
danja
 
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