Teststrahler

Ideen, Hinweise, Erfahrungen beim Messen von Radioaktivität

Postby burkhard kainka » Mon Nov 14, 2011 12:00 am

Mein Vorschlag: Alles was man so messen könnte, soll hier aufgelistet werden. Man findet mehr Strahlenquellen, als man zuerst denken würde.

Am Wochenende bin ich zufällig auf eine Quelle gestoßen, wo ich sie nicht vermutet hätte: Die Glühkathode einer Mikrowellenröhre (Magnetron) ist leicht radioaktiv, weil die Glühwendel aus Wolfram und geringen Mengen Thorium besteht. Man findet Alpha, Gamma und Betastrahlen, ein ideales Testobjekt. Hier ein paar Fotos:
http://www.elektronik-labor.de/Labortagebuch/Tagebuch1111.html#magnetron
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Postby burkhard kainka » Thu Nov 17, 2011 12:00 am

Am241

Wenn man Glück hat, einen alten Ionisations-Rauchmelder in die Finger zu bekommen, kann man vorsichtig den AM241-Strahler ausbauen. Es kommt hauptsächlich Alpha-Strahlung raus, die man am besten mit einer offenen Fotodiode messen kann. Aber auch eine BPW34 zeigt Impulse. Hier weitere Infos:

http://www.elektronik-labor.de/Labortagebuch/Tagebuch1111.html#am
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Postby burkhard kainka » Mon Nov 21, 2011 12:00 am

Radioaktive Leuchtzeiger alter Uhren bis ca. 1960

Dazu kam eine Zuschrift von Chris Morris mit dem Hinweis, dass man die Gefahren des Radiums nicht unterschätzen sollte:

I enjoyed the article on the Photo Diode gamma ray detector in the June issue.

However there is some misleading information in the sidebar Luminous Dials on page 24.

It implies ("no light, no radioactivity" & "radioactive matter that has aged considerably") that old 60's radium watch dials that are now dim have lost their radioactive properties. This is dangerously misleading.

Radium 226, which is mixed with Zinc Sulpide phosphors in radioactive luminous paint, has a half life of 1600 years!
The only reason the glow is now dim is that the strong alpha bombardment has damaged the zinc phosphor light emitting sites in the paint.
The Radium 226 will continue to strongly emit alpha, beta and gamma radiation for another millennium or so.

Beware!

ref. Living with radiation, the first hundred years by Paul Frame and William Kolb (ex-Oak Ridge nuclear scientists), Syntec 2005.

...

Also camping lantern mantles (for gas powered lights) from Coleman are surprisingly radioactive.

But my favorite is an old RAF altimeter dial I have from the 50's, it's off-the-scale for radium paint radiation; one wonders how the old pilots are doing now.
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Postby burkhard kainka » Tue Dec 13, 2011 12:00 am

Ich möchte zu diesem Thema ein interessantes Buch empfehlen:

Living with Radioation
The First Hunded Years
by Paul Frame and William Kolb

Hier steht eine Kurzbeschreibung:
http://www.elektronik-labor.de/Literatur/Radioation.html
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Postby kld » Mon Mar 12, 2012 12:00 am

Zum Thema Glühstrümpfe:

Die stärkste Radioaktivität zeigen wirklich alte Glühstrümpfe für Gaslampen und Glühlichter.
Hier ist wohl der Thoriumgehalt am höchsten.

Danach kommen alte (bis 60er Jahre) Glühstrümpfe für Vergaserlampen (Petromax, Coleman, etc.).

Die neueren Coleman und Petromax Glühstrümpfe enthalten schon länger kein Thorium mehr.
Auch Glühstrümpfe für Campinggaslaternen sind thoriumfrei.

Lediglich die Glühstrümpfe für Gaslampen der Firma CADAC
(die afrikanische Variante von Campingaz, in manchen Baumärkten erhältlich) sind noch leicht radioaktiv. Allerdings so schwach, dass man mit einem kleinen Gamma Zählrohr nichts messen wird.
Mit Photodiode in geringer Entfernung könnte es gehen.

Bei der Firma Pelam gibt es übrigens noch alte thoriumhaltige
Petromax Glühstrümpfe. Zu normalen Preisen, nicht zu den
Wucherpreisen, die oft bei Auktionen verlangt werden.

Daneben kann man recht einfach über Online Auktionen für wenig Geld uranhaltige Mineralien kaufen. Zumindest ist es mir gelungen.
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Postby klaus boda » Thu Mar 22, 2012 12:00 am

Hallo,

Flohmarkt:

Grüne - gelbgrüne, fluoreszierende Glasgegenstände wurden früher manchmal mit Uranverbindungen gefärbt.
Unbedingt Geigerzähler mitnehmen, denn die Trefferquote ist bei ca. 10% nicht sehr hoch.
Auch gleiche (ähnliche) Farbe und Fluoreszenz sagen nicht viel aus.
Die Strahlung war mit ca. 40 µSv/h (Gamma Scout, Beta & Gamma) nicht sehr hoch.

Porzellangeschirr mit schwarzer und/oder (hässlicher) orange-gelben Farbe bzw. Glasur (nicht fluoreszierend)
Auch da wie bei Glas vor dem Kauf testen.
Ich habe da eine Art Obstschüssel (Gamma-Scout auf Beta & Gamma) gefunden, die es etwa auf 300 µSv/h brachte.

Und ein alter Lichtschalter (Weiss mit schwarzer Glasur) meldete sich beim Gamma-Scout bei Stellung Beta&Gamma mit etwa 800 µSv/h (!!)

Und sowieso Mineralienbörsen "abscannen".

Aber aufpassen, ich hatte soviel strahlendes Zeug, dass ich einen Kontrollbereich hätte einrichten müssen.
Habe also bis auf das Glaszeug, die Schüssel und den Schalter alles Für Schulungszwecke für Strahlenschutzbeauftragte bei der Polizei abgegeben. (Das meiste waren Autunit, Pechblende und Thoriumdioxid)
klaus boda
 
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Postby pittie » Sat Apr 21, 2012 12:00 am

Während meiner Bundeswehrzeit von 1966-68 ist mir ein Gasglühstrumpf von Auerlicht in die Hände gefallen und ist immer noch bei mir. Er bringt es ( Zählrohr baugleich mit Valvo 18504 ) auf ca. 1300 Impulse/min.

Peter Kranl

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Postby dh7afy » Wed Jun 20, 2012 12:00 am

Als Gamma-Teststrahler eignen sich auch manche Kaltkatoden-Relaisröhren der Hersteller Cerberus und Elesta. Von mir getestete Typen waren GR16, GR17 und GR18, die gelegentlich in Auktionen erhältlich sind.
Man muss allerdings damit rechnen, dass man Exemplare erhält, bei denen keine Strahlung ausserhalb des Glaskolbens feststellbar ist. Möglicherweise liegt das daran, dass bei späteren Produktionschargen Alphastrahler benutzt wurden.

Schöne Grüsse
Franz
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Postby timewaster » Sat Jun 30, 2012 12:00 am

ich möchte nur kurz anmerken das man als laie nicht einfach strahlende gesteine kaufen sollte.
erstens emitieren diese in der regel radon (http://de.wikipedia.org/wiki/Radon), und zweitens sind gerade die schönen erze wie autunit, torbernit, usw. sehr krümelig und extrem gefährlich wenn sie aus versehen eingeatmet oder verschluckt werden, auch in kleinsten mengen. wikipedia hilft immer weiter.

so, erhobener zeigefinger beiseite, was strahlt noch:

- Elektroden zum Schweißen mit Thoriumnitrat
- höhenmesser der spitfire und anderen flugzeugen aus dem zweiten weltkrieg (sehr stark)
- fiestaware, eine porzelanreihe aus amiland, die Fiesta red lakierung wurde bis 1972 mit uran hergestellt
- granit, marmor, backstein und praktisch jedes gestein, in unterschiedlichen mengen (siehe wikipedia - radon)
- manche alte badkacheln, je nach glasur
- manchmal stahl, weil auf schrottplätzen immer wieder radioaktive metalle auftauchen die dann unwissentlich mit eingeschmolzen werden
- leuchttürme, russland hat in abgelegenen regionen leuchttürme mit atomreaktoren ausgestattet, wovon die meisten immer noch vor sich hinrosten
- röhren-monitore und fernseher, röntgenstrahlung
- starter von leuchtstofflampen bis 1990

mehr fällt mir erstmal nicht ein...
kaufen kann man natürlich auch prüfstrahler welche speziell dafür gedacht sind geigerzähler zu testen, aber die sind extrem teuer.
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Postby michaelh » Mon Jul 02, 2012 12:00 am

Ich habe vor Jahren auch als Laie beim Mineralienhändler tatsächlich einiges an Radiosachen kaufen können, jedoch ging dies einher mit einer sehr intensiven Befragung und Information über Gefahren und Umgang. Auch musste ich meinen eigenen Zähler mitbringen. Am Ende gabs noch ein Formular zur Bestätigung seiner Belehrung an mich.

Scheint auch nötig zu sein, da ich da von einigen alternativen Anwendungen erfahren habe, die mir schon ein bisschen die Schuhe ausgezogen haben.

Seti dem sind die Teile auch nicht aus ihren Verkaufsverpackungen rausgekommen, wegen Staub und Krümel, siehe oben.
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