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Zweiseitige Platinen

Fragen, Erfahrungen und Tipps – von Lesern für Leser

Postby pk1 » Tue Jun 19, 2007 12:00 am

Hallo Profiler,

die ersten Tests mit doppelseitigen Platinen laufen (bei mir).

Dabei treten zwei besondere Schwierigkeiten auf:

1. Durch das Prellen der Endschalter hat die Maschine keinen absolut genauen Nullpunkt, die Referenz (Mirror-Line) beim Wenden der Platine muss nach jedem Start neu festgelegt werden.

2. Ein 20° Gravierstichel mit 0,1mm Schneide macht sehr feine und relativ tiefe (0,12mm) Einschnitte, in denen regelmäßig Kupfer zurückbleibt, das nur durch langwieriges Auskratzen entfernbar ist.

Ich würde gerne andere Erfahrungen zu diesem Thema lesen.

Gruß

Peter
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Postby pk1 » Wed Jul 11, 2007 12:00 am

Ergänzung:

Inzwischen ist eine optische XY-Referenzierung entstanden, die eine höhere Genauigkeit als die kleinste Schrittweite der Fräse hat (<0,025 mm). Das Prinzip:
In der Nähe der Homing-Position ist eine Referenz-Prüf- und Einstelleinrichtung fest installiert. Sie wird mit eingesetztem Stichel angefahren. Der Stichel wird nach unten gefahren und taucht dabei in eine genaue (geriebene) 2,5 mm - Bohrung. Diese Bohrung befindet sich in einem federnd gelagerten Stahlzylinder und wird von unten zentral durch eine blaue LED ausgeleuchtet. Dadurch entsteht ein Lichtspalt zwischen Bohrungsrand und Stichelmantel. Durch weiteres Absenken lässt sich dieser Lichtspalt beliebig verkleinern und seine Symmetrie genau einstellen. Eine Berührung des Stichels mit dem Bohrungsrand wird zudem akustisch gemeldet.
Damit ist der Umschlag einer Platine bestmöglich gelungen.

Auch ein Gravurtiefenregler zum fast Nulltarif ist fertig. Die Linearlager des Fräsmotors sind aus kleinen Schubladenkugelauszügen (Baumarkt) entstanden. Die Frästiefeneinstellung habe ich auf das vorhandene Aufnahmegewinde der FERM-Spindel (jawohl, die musste zu diesem Zweck noch einmal an die Arbeit) geschraubt und besitzt einen Gewindehülseneinsatz mit Gleitring, der sich rastend in der Höhe einstellen lässt. Eine Staubabsaugung ist integriert.

Was noch verbesserungswürdig ist, ist der Frässtichel selbst. Da er noch nicht gratfrei arbeitet, gleitet der Gravurkopf auch noch nicht perfekt in derselben Höhe.

Bei Interesse kann ich Bilder nachliefern.

Gruß

Peter
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Postby shay » Thu Jul 12, 2007 12:00 am

Hallo Peter,
stell doch bitte alle Deine Unterlagen (Foto, technische Zeichnungen) in das Forum damit wir alle uns auch so etwas bauen können, oder gib eine URL an wo wir die Daten holen oder eventuell auch das fertige Teil kaufen können.

Wenn ich mehrere unterschiedliche Werkzeuge für Leiterplatten bohren und fräsen verwende, habe ich immer einen kleinen Versatz nach dem Werkzeugwechsel.

Bis jetzt konnte ich noch keine vernüftige Leiterpatte herstellen.

Ich wäre sehr daran interessiert an eine genaue Werkstücknullpunkterfassung und Werkzeugtiefeneinstellung.
Bitte schreib mir so bald wie möglich eine E-Mail wie wir weitermachen.

Gruß
Gerd (shay)
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Postby pk1 » Fri Jul 13, 2007 12:00 am

Hallo Gerd,

Zeichnungen zum Referenzpeiler habe ich nicht, das Teil ist freihändig zusammengeklütert, dafür liefere ich ein nicht besonders gutes Foto. Im beweglichen Kopf sitzt die LED. Kopf und Fuß sind mit einem kleinen und genauen Rezess so mit einander verbunden, dass der Kopf sich nicht seitlich verschieben, sondern nur gegen Federkraft kippen lässt, wenn mit dem Fräser nicht sorgfältig gepeilt wurde.
Als akustische Anzeige benutze ich eine uralte ELEKTOR-Schaltung, die unterschiedliche Übergangswiderstände durch entsprechend hohe Töne anzeigt.
Ein einfacher Durchgangspiepser reicht auch, wenn er schnell reagiert.

Gruß

Peter
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Postby chopper123 » Mon Jul 16, 2007 12:00 am

Hallo @ all,

wenn ich mir so die Fotos der Platinen anschaue, die mit der Profiler hergestellt worden sind, muss ich feststellen, dass meine alte TanBo viel sauberer arbeitet. Aber das nur am Rande. Für das herstellen einer Platine ist Platinenfräsen mit Sicherheit die schnellste Lösung. Aber wenn man gleich mehrere Platinen herstellt, kommt man mit Ätzen schneller und günstiger hin. Ich ätze mit einer Mischung aus verdünnter Salzsäure und Wasserstoffperoxid und benötige für eine Europlatine ca. 2 bis 3 min je nach Kupferfläche. Anschließend bohre ich die Platinen nur noch mit meiner TanBo. Wäre es nicht möglich geätzte Platinen ebenfalls mit der Profiler zu bohren? Bei meiner TanBo muss ich dazu schon im Eagle Layout 2 Referenzpunkte setzen (über die Layoutdiagonale). Zum Aufspannen auf dem Drehteller der TanBo werden genau diese beiden Punkte benötigt und diese Koorinaten kennt die Maschine auch. Von dort aus werden nun alle Bohrungen erkannt und abgefahren bzw. gebohrt.

Grüße Michael
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Postby pk1 » Tue Jul 17, 2007 12:00 am

Hallo,

hier folgt ein Bild der Graviereinrichtung (Beschreibung s.o.).

@ Michael

Wenn Du mit Deinem Vergleich (Tanbo) "geätztes vs. gefrästes Layout" meinst, stimme ich Dir voll zu. Auch meine geätzten Platinen fallen um Klassen besser aus als die CNC-Konkurrenz. Daran wird sich auch grundsätzlich nicht viel ändern, selbst wenn weitere CNC-Hürden geschafft sind. (Bungard hat dazu einen interessanten Vergleich veröffentlicht).
Der Kompromiss - geätzte Platine per CNC bohren - läuft bei mir so:
Ich bohre erst durch die Lichtschutzfolie hindurch mit dem Profiler und kann danach den Layoutfilm perfekt positionieren, auch ohne Passermarken. Das Ergebnis ist optimal.

Gruß

Peter
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Postby chopper123 » Thu Jul 19, 2007 12:00 am

Hallo Peter,

wenn du zuerst durch die Lichtschutzfolie bohrst, dann etsteht doch sicherlich an den Bohrlöchern etwas Grat. Gibt es dann anschließend kein Problem, dass die Folie nicht sauber auf der Fotolackseite aufliegt und an diesen Stellen Belichtungsprobleme entstehen? Aber deine Idee scheint für die Profiler wohl am besten zu sein.
Ich selber verfolge eigentlich nur alle Fragen und Antworten in diesem Forum und werde mir wohl keine Profiler kaufen. Meine TanBo läuft noch recht gut aber ich spiele mit dem Gedanken mir demnächst doch eine neue CNC-Maschine zu kaufen. Dabei ist mir cnc-step.de recht positiv aufgefallen. Wenn sich meine Arbeitsgänge und Vorstellungen in diesem System reibungslos unterbringen lassen, wird das wohl die Maschine meiner Wahl werden.
Mein Motto: Die Erinnerung an eine schlechte Qualität hält länger an, als die Erinnerung an einen etwas höheren Preis.
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Postby pk1 » Thu Jul 19, 2007 12:00 am

Hallo Michael,

die Bohrungen (0,8 mm, HM-Bungard) sind wie gestanzt, keine Spur von Grat.

Ich hoffe nur, dass die Profilerfräse nicht zu einer CNC-Bohrmaschine "verkommt", dazu war sie dann doch zu teuer.

Bei einem Neukauf würde ich heute auch mehr Wert auf Linearkugelführungen und kompatible Software legen, als auf den Preis.

Gruß

Peter
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Postby pk1 » Sun Sep 09, 2007 12:00 am

Hallo,

meine Versuche mit dem "Nulltarif"-Tiefenregler (siehe Bild weiter oben) sind nur bedingt erfolgreich verlaufen:

Die Einstellung der Frästiefe über einen Anschlagring mit Feingewinde und Kugelrastung mit Intervallen von 0,040 mm ist hinreichend genau. Bisher habe ich mit einer Frästiefe von 0,080 mm in Verbindung mit einem zweischneidigen Isolationsfräser (vhf) gute Ergebnisse erzielt. Da der Frästiefenadapter auf das vorhandene Gewinde des FERM-Motors aufgeschraubt wird, ist der Werkzeugwechsel eher mühsam. Diese Methode möchte ich daher nicht weiterempfehlen.

Schlimmer noch hat sich das Verhalten der Baumarktkugelauszüge gezeigt: Die ständigen Vibrationen führen in wenigen Stunden dazu, dass sich die harten Kugeln (besonders die untersten) in die ungehärteten Stahlblechprofile hineinhämmern.
Die Anschaffung professioneller Linearführungen ist nicht zu vermeiden.

Diese Bastelei hat aber gezeigt, dass für die Platinenfräserei ein Tiefenregler kaum vermeidbar ist. Der Selbstbau mit Primitivmitteln war nur ein Versuch und keine Dauerlösung. Pläne dafür existieren nicht.
Aber selbst für diesen Versuch benötigte ich eine Drehmaschine und die große Werkstattfräse.

Gruß

Peter
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Postby 021aet04 » Mon Feb 23, 2009 12:00 am

Hallo pk1 kannst du mir den Referenzpeiler skizzieren, damit ich mir vorstellen kann wie der funktioniert. Laut Beschreibung kann ich mir nichts vorstellen
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