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Eagle - Platinen bohren

Fragen, Erfahrungen und Tipps – von Lesern für Leser

Postby chopper123 » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Gemeinde,

ich will mir demnächst vielleicht auch eine Profiler zulegen und wäre sehr froh, wenn ich vorher von einigen von Euch ein paar grundliegende Infos bekommen könnte.

Ich erstelle meine Layouts mit Eagle. Daraus erzeuge ich dann auch meine Filme für die Belichtung. Die Platinen sollen also zuerst geätzt und dann gebohrt werden.
Nun wüsste ich gerne ob das überhaupt möglich ist oder ob man Platinen nur fräsen und bohren kann.
Fräsen ist zu langsam und auch bei den Werkzeugenpreisen zu unwirtschaftlich wenn man größere Stückzahlen herstellen möchte.
Hat jemand diesbezüglich schon Erfahrungen gesammelt?
Wie hoch ist eigentlich die Bohrleistung (Bohrlöcher / Stunde) mit der Profiler?

Grüße Michael
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Postby pk1 » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Michael,

in Eagle werden die Router- und Bohrdaten getrennt erzeugt (CAM - Gerber und Excellon) und können auch getrennt weiterverarbeitet werden. Ein Problem kann entstehen, wenn das Layout über einen Laserdrucker erzeugt wird und die Bohrungen über CNC: Der Laser verzerrt das Layout mitunter (je nach Modell, Alter, Printmedium) in Durchlaufrichtung so stark, dass die Bohrungen nicht mehr passen. Filme, die mit dem Tintenstrahler erzeugt werden, sind davon nicht so stark betroffen, erst recht nicht professionell hergestellte Layouts.

Gruß

Peter
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Postby chopper123 » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Peter,

also ich erstelle meine Filme folgendermaßen:
In der Board Ansicht lasse ich nur noch BOTTOM anzeigen. Dann erzeuge ich mit einem TIF-Treiber eine TIF-Datei. Diese ist genau 1:1. Diese Datei bringe ich zur Reproanstalt und lasse mir einen echten Reprofilm herstellen. Also gibt es beim Layout keine Abweichung.
Da ich meine Platinen vorher ätze, müsste es doch ausreichen, wenn ich mit Eagle über den CAM Prozessor eine Excellondatei erstelle und hier nur DRILLS und HOLES eingestellt lasse. Vorher habe ich natürlich mit der ULP-Datei drlcfg.ulp eine *.drl-Datei erzeugt, in der die Bohrergrößen der Platine festgehalten wurden. Im CAM Prozessor wird diese Datei ausgewählt und die Excellondatei, die dann erzeugt wird, als *.txt-Datei gespeichert.
Da ich noch keine Profiler besitze, kann ich natürlich auch nicht testen ob dieser Weg funktioniert.
Als nächtes hätte ich da noch eine Frage:
Wenn ich eine fertig geätzte Platine nun auf die Profiler spanne (oder klebe) woher kann dann die Software wissen, wo die Bohrpunkte genau liegen? Wenn eine Platine gebohrt und gefräst wird, legt man ja eine Platinenübergröße auf die Profiler und schneidet anschließend die eigentliche Platine aus.
Vielleicht weisst du auch dazu eine Lösung.

Grüße Michael
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Postby pk1 » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Michael,

das Synchronisieren der geätzten Platine mit den Bohrdaten wird wohl nicht ganz ohne Fummelei funktionieren. Die linke untere Ecke der Platinenumrandung wird von ColiDrive erst einmal in den absoluten Nullpunkt der Aufspannplatte gelegt (links vorne = Homeposition). Wenn man per Maus die Platine an einen zum Fräsen/Bohren besser geeigneten Ort zieht, werden im Status-Informationsfenster die neuen Koordinaten dieser Platinenecke angezeigt. Mit dem Befehl "Move To" kann man den Bohrer an eben diese Stelle fahren, vorsichtig absenken und hat dann den Ort, an dem die Platine mit ihrer linken unteren Ecke schön parallel zu den Fräserachsen platziert werden muss. Hier lässt sich auch gleich der Nullpunkt der Z-Achse festlegen. Es geht sicher auch anders herum: Die Platine wird zuerst befestigt und dann manuell mit dem Bohrer angefahren. So erfährt man die physikalischen Koordinaten, die dann bei der Mausschieberei angepeilt werden müssen. Beides vorerst Theorie!

Gruß

Peter
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Postby pk1 » Thu May 31, 2007 12:00 am

...Nachschlag

Wer viel mit gleich großen Platinen (Euro) arbeitet, wird mit zwei Passerstiften, die sich ja sehr genau in die Grundplatte einbohren lassen, und deren Koordinaten dann perfekt bekannt sind, schneller zum Ziel kommen. Die Passerbohrungen in der Platine liegen natürlich außerhalb der Nutzfläche und werden stets an derselben Stelle beim Eagle-Entwurf berücksichtigt (kann man als Prototyp vorbereiten). Diese Passerbohrungen müssen allerdings so genau wie möglich mit einer anderen Bohrmaschine vorbereitet werden. So ähnlich läuft es auch mit fest installierten Anschlagwinkeln, da muss die geätzte Platine dann entsprechend zwei genau definierte Anschlagkanten besitzen.
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Postby chopper123 » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Peter,

das mit den Passerstiften funktioniert dann so wie bei der TanBo von RadixGmbH. Auch hier sind auf dem Drehteller (Arbeitsfläche) 2 der Maschine bekannte Fixpunkte. Der eine Punkt ist fest (Passbohrung auf dem Drehteller) der andere Punkt ist ein bewegliches Teil, das sich in einer Nut befindet. Schon beim Layouten in Eagle setzt man über die Diagonale der Platine 2 Fixpunkte mit ein und bohrt diese auf einer Ständerbohrmaschine auf 3.1 mm auf. Von diesen Punkten aus kann die TanBo die restlichen Bohrpunkte aus der Excellondatei ermitteln.
Also den Weg den du für die Profiler beschrieben hast, leuchtet mir ein. Vor allem wenn man bestimmte Platinen in größeren Mengen bohren möchte.
Meine TanBo arbeitet sehr genau und sie hat schon über 3 Mio Bohrungen geleistet. War auch ein Bausatz ähnlich wie die Profiler mit einem noch mieseren Support und Anfangsschwierigkeiten.

Grüße Michael
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Postby pk1 » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Michael,

war TANBO nicht auch ein ELEKTOR-Projekt? Wenn ich mich recht erinnere, wurden viele Kunststoffteile verbaut. Interessant ist, dass diese Maschine nach so langer Zeit trotz dieser Materialwahl noch genau arbeitet.
Es scheint eine Spezialität von ELEKTOR zu sein, Projekte wie TANBO, PROFILER, anzuleiern und sie dann recht spärlich zu begleiten. MONDRIAN war da erfolgreicher. Dieser Selbstbauplotter war auch kein semikomerzielles Produkt und unter Verwendung von Herzblut im eigenen Hause entstanden. Ich beobachte mit kritischem Interesse, ob und wie lange sich ELEKTOR und ColinBus ihren Kunden bezüglich der Profiler-Fräse verpflichtet fühlen werden. 600 Käufer sind zwar viele Fräser aber wenige Abonnenten!

Gruß

Peter
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Postby chopper123 » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Peter,

die TanBo ist wirklich fast komplett aus Kunststoff, aber halt technisch durchdacht und echt verwindungssteif. Ne wirklich gute Statik.
Auch hier wurde zuerst groß gelobt und geworben. Ich hatte zum Glück wenig Anfangsschwierigkeiten und damals auch noch einen guten Telefonkontakt zu der Firma. Meine TanBo läuft auch noch aber ich möchte nach den 3 Mio Bohrungen mal auf was anderes umsteigen. CNC-Step liegt hier wohl doch bei der ersten Auswahl, die High Z 400 würde mir genügen.
Die Erinnerung an eine schlechte Qualität hält länger, wie die an einen etwas höheren Preis.

Grüße Michael
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