Registrierung

Für Hersteller, Händler und Verbraucher

Postby somaj » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo an alle Fachmänner. Ich bzw. wir sind im Thema Registrierung (WEEE und ElektroG) komplett ahnungslos und tun uns mit den offiziellen Texten auch sehr schwer (hoffe ja das wi´r da nicht die Einzigsten sind.
Kann mir mal jemand mit einfachen Worten erklären ob ich als Montagebetrieb und Verkäufer Produkte anmelden muß in denen E-Motore und Steuerungsplatinen verbaut sind. Oder müßen die Bauteil-Hersteller die Bauteile anmelden??
Hoffe jemand kann mir da weiterhelfen.
Gruß
Sven
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Postby lars gollub » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Sven!

"Kann mir mal jemand mit einfachen Worten erklären ob ich als Montagebetrieb und Verkäufer Produkte anmelden muß in denen E-Motore und Steuerungsplatinen verbaut sind."

Zunächst müssen Produkte nicht angemeldet werden. Es muss "nur" eine Registrierung des Herstellers mit allen seinen Gerätegruppen vorgenommen werden und das auch nur, wenn die Produkte überhaupt unter das ElektroG fallen. Beispielsweise hängt es davon ab, ob die Komponenten in Geräten oder ortsfesten Installationen verbaut werden. (Stichwort Montagebetrieb) Ortsfeste Installationen sind nämlich vom ElektroG ausgenommen. Wenn Dein Unternehmen jedoch daraus (portable) Elektro- oder Elektronikgeräte nach §3, Abschnitt 1 des ElektroG herstellt, dann müsst ihr euch auch registrieren.

"Oder müßen die Bauteil-Hersteller die Bauteile anmelden?"

Da es sich bei Motoren und Steuerungsplatinen wahrscheinlich um Komponenten handelt, müssten sich die Hersteller dieser Teile dafür nicht im Sinne des ElektroG registrieren.
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Postby somaj » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Lars
und Danke für die Antwort. Aber ich habe da dann doch noch eine Frage. Wer entscheidet ob die Maschinen tragbar (ortsveränderlich) sind oder ortsfest?? Ich denke unsere Maschinen sind auf jeden Fall nicht mit einer Handbohrmaschine oder Ähnlichem zu vergleichen. Gewicht: je nach Bauart 20-35Kg und nur bei festem ebenen Stand benutzbar.
Es handelt sich um elektrisch betriebene Töpfereimaschinen, sog. Töpferscheiben. Diese Maschinen sind nach dem Transport zum Endkunden ansich in dessen Töpferwerkstatt aufgebaut und werden nicht an versch. Orten eingesetzt bzw. betrieben.
Allerdings werden sie auch nicht am Boden verankert bzw. befestigt.
Hoffe auch jetzt wieder auf so eine schnelle und ausgiebige Antwort.
Danke im Voraus, viele Grüße
Sven
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Postby lars gollub » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Sven,

die FAQ der EAR sagt über ortsfeste Anlagen folgendes:

"Unter ortsfesten Anlagen sind nach dem EMV-Leitfaden zu verstehen:

  • Kombinationen mehrerer Komponenten, Systeme, Endgeräte, Bauteile etc., die

    • durch Fachpersonal installiert werden müssen und nicht durch den Endnutzer selbst angeschlossen werden können,

    • an einem bestimmten Ort zusammengefügt und/oder installiert werden,


  • um in einem zu erwartenden Umfeld zusammenzuarbeiten und eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen.

  • Diese Kombination soll aber nicht als einzelne funktionale oder Handelseinheit in Verkehr gebracht werden.


Anlagen und ihre betriebsnotwendigen Komponenten, die die o. g. Kriterien erfüllen, fallen nicht in den Anwendungsbereich des ElektroG. Beispiele: Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung und -automatisation, Produktionsanlagen. Mobile Teile, die z. B. eigens zur Steuerung solcher Anlagen bestimmt sind, sind ebenfalls Teil der Anlage und fallen nicht in den Anwendungsbereich des ElektroG.

Einzelne mobile Geräte, die nicht im Zusammenhang mit einer ortsfesten Anlage stehen, wie beispielsweise einteilige Raumklimageräte fallen dagegen in den Anwendungsbereich des ElektroG."

Meiner Ansicht nach sind die erwähnten Töpferscheiben gemäß obiger Definition keine ortsfesten Anlagen sondern Geräte, die unter das ElektroG fallen.
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Postby somaj » Thu May 31, 2007 12:00 am

Danke für die Hilfe, aber ich habe das Gefühl je mehr du mir hilfst, desto mehr Folgefragen tauchen auf.
Jetzt ist die Frage der entstehenden Kosten bzw. deren Umlegung auf den Gerätepreis wichtig.
Es sind 3 versch. Bautypen von Töpferscheiben mit Gewichten von 35Kg, 22Kg und 12Kg. Nehmen wir mal an wir verkaufen pro Jahr von jeder Sorte 250 Stück was würde da an Kosten (incl. Registrierung) auf uns zukommen??
Wo kann ich die Geräte zuordnen?? Eigentlich handelt es sich doch um elektrische Werkzeuge. Wäre dann eine B2B-Registrierung möglich und was muß alles in die Glaubhaftmachung rein??
Ich find das echt toll das du dir die Mühe machst und auf die ganzen Fragen antwortest.
Wenn bei der EAR nur auch solch bemühte Mitarbeiter wären, dann würde dort vielleicht ja mal der ein od. andere Anruf entgegen genommen werden. Also ich habe mir bald die Finger wundgewählt, dort aber nie jemanden erreicht.

Sorry für die vielen Fragen aber du bist momentan der Einzige der etwas Licht ins Dunkel des Fragenchaos bringt.
Viele Grüße
Sven
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Postby reflex » Thu May 31, 2007 12:00 am

Also das mit der Glaubhaftmachung ob es sich um ein reines B2B Gerät handelt wirst Du möglicherweise Probleme bekommen. Eigene Erfahrung mit der EAR.
Eine Töpferscheibe kann auch von Privatleuten (Hobby) genutzt werden. Die EAR geht grundsätzlich davon aus, dass ein wie auch immer geartetes Gerät das auch privat genutzt werden kann als B2C einzustufen ist.

Im meinem Fall handelte es sich um ein Gerät mit dem man Agarmassen für Nährboden mischt und konditioniert. Erst als ich denen mit einer genauen Beschreibung klargemacht habe, dass diese Gräte nur in Labors eingesetzt wird und damit kein Gulasch gekocht werden kann, haben die es geschluckt.

Beste Grüße

reflex
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Postby lars gollub » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo Sven,

dafür sind wir doch da! Ich teile reflex’ Einschätzung, dass die Töpferscheiben wahrscheinlich von der EAR als B2C-Geräte angesehen werden. Die Kosten, die auf Dein Unternehmen zukommen, setzen sich zusammen aus den (einmaligen) Gebühren, die für die Registrierung an die EAR gezahlt werden müssen, die (jährlichen) Gebühren für eine Garantieleistung eines Garantieleistungsanbieters und die Entsorgungsgebühren.

Die Registrierungsgebühren der EAR hängen von der Anzahl der Produktgruppen ab, die Dein Unternehmen registriert. Bei einer einzigen Produktgruppe müssten die Gebühren bei ca. 600 Euro liegen.

Die Gebühren der Garantieleistungsanbieter liegen zwischen 1000 und 2000 Euro jährlich. (Selbst dann, wenn sie nur ein paar Euro aufbewahren.)

Zur Bestimmung der Entsorgungskosten muss zunächst das Gewicht der in den Verkehr gebrachten Geräte berechnet werden. Bei 250 Töpferscheiben mit 35 kg, 22 kg und 12 kg würde sich ein Gesamtgewicht von 17,25 Tonnen pro Jahr ergeben. Ich würde die Töpferscheiben in die Kategorie 6 einsortieren (Elektrische und elektronische Werkzeuge). Einen konkreten Preis eines Entsorgers für diese Kategorie habe ich gerade nicht zur Hand, wohl aber den Preis für Kategorie 3 (Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik), der ähnlich sein dürfte: 230 Euro pro Tonne. Bei 17,25 Tonnen pro Jahr würden so Entsorgungskosten von ca. 4000 Euro entstehen.

Bitte betrachte die von mir genannten Preise nur als grobe Schätzwerte, die Dir einen Überblick verschaffen sollen. Sollte ich irgendwo doch zu weit daneben liegen, lasse ich mich gerne korrigieren.
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Postby iby » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo an Alle,

Soviel ich weiss, können die Töpferscheiben ohne Motor und Motorsteuerung auch per Hand/Fuß betrieben werden(Früher war es zumindest Mal so).
Wenn dies zustimmt, dann braucht man nur das Gewicht der Steuerung und des Motors anzugeben. Dies sollte erheblich weniger Gesamtgewicht im Jahr ergeben. Dadurch sollten die Entsorgungskosten und die Garantie auch erheblich weniger sein.

Das ganze verhält sich wie bei den Musikinstrumenten mit Verstärker oder elektrische Zusatzspieleinrichtung. Hier wird auch nur die zusätzliche Elektronik berechnet, da das Instrument selbt auch ohne Elektronik Musik spielt.
In der Erklärung zum ElektroG des BMU vom 24.06.2005 Punkt 2.5.2 wird dies so beschrieben.

Es lohnt sich diesen Faden zu verfolgen und darauf zu bestehen, dass nur der Motor und seine Steuerung zu berechnen sind. Das ganze funktioniert natürlich nicht, wenn die betroffenen Töpferscheiben in keiner Weise ohne Motor zu betreiben sind. vielleicht kann man dies aber leicht ändern.

Grüße

IBY
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Postby somaj » Thu May 31, 2007 12:00 am

Hallo IBY,
danke für den Tip. Werde diesen Weg verfolgen.
An Lars: vielen Dank für deine Hilfe.
grüße
somaj
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