Triac MOC3043 zündet bei Störquellen selbsttätig

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Postby oz » Fri Mar 15, 2013 12:00 am

Habe ein sonderbares phänomen mit einer eigentlich ganz einfachen schaltung (siehe anhang).

Über den taster wird der trafo meines verstärkers eingeschaltet, ein 50VA ringkern. Der Triac TIC225M hält dann über den MOC3043 den strom aufrecht. Die schaltung funktioniert so seit über 2 jahren problemlos.

Nun kommt's: Wenn ich meinen küchenmixer betätige, dann schaltet sich die anlage automatisch ein! Ich hab mal den optokoppler getrennt und au backe - es kommen wirklich mehrere halbwellen durch, wobei die primärseitig mit dem scope betrachtet ganz schön gestört sind...

Wie kommt das - hat jemand eine erklärung dafür??

(ich hab bei meinen recherchen im internet auch schon viel gelesen, dass man keinen zerocrossing Triac zum einschalten eines trafos nehmen soll - nur ist das gar nicht mein problem, weil ich ja über taster einschalte)
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Postby woldig » Fri Mar 15, 2013 12:00 am

Hallo Oz!

Eine Erklärung für das von Dir geschilderte Problem dürfte ein defekter Entstörkondensator im Mixer sein. Dieser Kondensator hat die Aufgabe Spannungsinduktionsspitzen, wie sie in derartigen Haushaltsgeräten bei Betrieb entstehen, zu löschen. Sichtbares Zeichen für fehlenden oder defekten Entstörer ist das sogenannte Bürstenfeuer.

Die im Mixer entstehenden Induktionsspitzen überlagern die angelegte Haushaltsspannung bis zur Zündspannung Deiner Schaltung oder sogar darüber hinaus.

Du solltest die Zeitbasis Deines Scopes spreizen und den Amplitudenmeßbereich vergrößer, dann wirst Du sehen welche Parasiten auf der Versorgungsspannung reite, verursacht durch den Mixer.

Gruß, woldig
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Postby oz » Thu Mar 28, 2013 12:00 am

Hallo Woldig, danke für Deinen beitrag! Ich will ja nur wissen, WARUM der TRIAC bei störungen auf dem Netz durchschaltet. Habe am WE folgendes rausgefunden:

Ein SHARP S202S02 OptoTriac bricht nicht durch!

Ich hab dann in der schaltung den MOC3041 durch einen MOC3052 ersetzt - keine änderung.

Dann R1 von 330 ohm auf 2.2K gesetzt, weil der TIC225 einen sehr geringen triggerstrom von nur 5ma hat. Das hilft! Jetzt bricht der TRIAC nur noch selten durch und wenn dann nur noch für eine vollwelle.

Dann hab ich von R1 zum T1 vom TRIAC einen snubber-kondesator gelegt => dann ist alles OK!

Dann den TRIAC durch einen BTA12/800CW ersetzt, der einen höheren dU/dt wert hat und speziell für induktive lasten geeignet ist (snubberless typ).

Was ich nicht verstehe - nach allem was ich nun gelesen hab:
MOC3052 hat ein dU/dt von > 1000V/µsec
BTA12/800CW hat > 500V/µsec
S202S02 hat nur > 30V/µsec

Dannach sollte das SSR von SHARP viel eher probleme haben - ich versteh die welt nimmer
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Postby thomas scherer » Fri Mar 29, 2013 12:00 am

Hi Oz,
so wie ich es verstanden habe, hatte Woldig nicht dU/dt im Verdacht, sondern schlicht eine hohe Spannung, die getriggert durch Störungen des Mixermotors bzw. dessen Kollektor zu einer hohen Spannung am SerienSchwingkreis aus Trafo und parasitären Kapazitäten entstehen. Die können auch zum Zünden führen. Ein C an der richtigen Stelle kann diese Spannungen reduzieren, wie Du ja rausgefunden hast (wo genau der C platziert wurde, habe ich nicht verstanden).
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Postby oz » Tue Apr 02, 2013 12:00 am

Hallo Thomas, danke für Deine erklärung.

was ich nur nich verstehe, warum das SSR von Sharp keine probleme mit den heftigen störungen hat... da ist doch auch nix anderes drin, als ein TRIAC mit vorgeschaltetem opto-koppler, oder?

Die kombination MOC3052 und BTA12/800CW ist ja von der spannungsfestigkeit her besser als S202...

Ciao, Dinu
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Postby ag » Tue Apr 02, 2013 12:00 am

Oz... da ist doch auch nix anderes drin, als ein TRIAC mit vorgeschaltetem opto-koppler, oder?



Da ist auch noch ein Zero Crossing Circuit drin (siehe Anlage).
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Postby oz » Wed Apr 03, 2013 12:00 am

Hallo Ag,

na ich hatte ja ursprünglich den MOC3043 verbaut, der auch ein zerocrossing typ ist.

Nach allem was ich jetzt weiß, ist es aber das dümmste was man machen kann, einen TRIAC mit zerocrossing für induktive lasten (trafo) zu nehmen, weil der dann genau im moment des maximalen stromflusses schaltet! In der Application Note AN307 von ST ist das super ausführlich beschrieben.

Ich hab's aber schon in einigen schaltungen (auch Elektor gesehen und selber schon öfter so gemacht... ich wundere mich jetzt schon, warum mein garagentor trotzdem noch öffnet)
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Postby thomas scherer » Thu Apr 04, 2013 12:00 am

Der Hintergrund des "Verbots" ist, dass beim Schalten im Nulldurchgang der Spannung der Kern eines Trafos u.U. in die Sättigung geraten könnte. Dann kann ein größeres Exemplar pröltzlich eine hohe Stromspitze ziehen, die Triacs etc. in den elektronischen himmel schicken können.
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Postby wkrug » Thu Apr 04, 2013 12:00 am

...Trafos u.U. in die Sättigung geraten könnte

Und nicht nur das, sondern zusätzlich kann sich das so blöde auswirken, das der Kern des Trafos in die Sättigung geht ( Mehrfach nur die positive oder negative Halbwelle werden wirksam ) und somit nur noch der ohmsche Widerstand der Spule den Strom begrenzt.
Ich hab so schon mal 7 Stück PAR36 Strahler gehimmelt.
Bei allen war die Thermosicherung im Trafo durchgebrannt.

Auch deshalb braucht man für Induktive Lasten spezielle Dimmerschaltungen.
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